Glücksschule intern

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Rückschau: Zweiter Glücksschule-Kongress vom 22.9.18

Glück beginnt bei uns selbst
Gegen 200 Lehrerinnen, Pädagogen, Eltern und Interessierte besuchten am Samstag den 2. Kongress der Glücksschule in der Kantonsschule Alpenquai in Luzern. Der innere Wandel jedes Einzelnen stand bei den Referaten der Glücksschul-Initianten Daniel Hess und Armin Fähndrich im Zentrum. Denn genau dort – bei mir selbst – beginnt die Veränderung, die Glücksschule. Unabhängig davon, in welchem Bereich wir tätig sind und in welchen Strukturen wir leben, erst wenn wir mit uns selbst glücklich sind, können wir dies auch für unser Umfeld zulassen.

Zurück zum Lebensmodus
Deshalb ging es an diesem Tag nicht nur darum, sich mit Strukturen der Schule, der Familie und der Gesellschaft auseinanderzusetzen, sondern eben in erster Linie mit sich selbst. Was macht mich glücklich? Wie kommuniziere ich mit meinem Umfeld? Wo funktioniere ich nur, anstatt mein inneres Potenzial zu leben? Anschaulich demonstrierten Daniel Hess und Armin Fähndrich, wie regelmässig wir Erwachsene mit Schutzprogrammen wie Schmollen, Rückzug, Aggression oder Machtausübung reagieren. Kleine Kinder seien glücklich, direkt und ehrlich in ihrer Gefühlsäusserung, sie lebten im Moment und noch nicht von Funktionsmustern belastet – diese lernten sie erst durch uns Erwachsene. Vom antrainierten Funktionsmodus wieder mehr in den ursprünglichen Lebensmodus zu kommen ist ein langer Weg. Gerade in schwierigen Situationen ist die Selbstreflexion oft sehr anspruchsvoll. Auf einen einfachen Nenner bringt es Armin Fähndrich: „Ich kann mich zum Beispiel jeden Abend fragen: war mein Verhalten liebevoll? Gegenüber anderen, gegenüber mir selbst?“ Das bringe einem automatisch auf die richtige Spur, wo noch zu viel Funktion und zu wenig Leben steckt. Auf die Spur zum eigenen Glück.

Beobachten hilft
In ihrem Referat bot Kinesiologin und Heilpraktikerin Ruth Hess praktische Hilfestellung, Kinder in ihrem ursprünglichen Wesen besser zu verstehen. Mehr Verständnis dafür kann dabei helfen, die eigene Reaktion anzupassen. Konkrete Tipps geben auch Daniel Hess und Armin Fähndrich mit den von der Glückschule entwickelten Formeln. Sie helfen, bewusster zu leben und zu lernen. Für die Selbstreflexion als Lehrperson steht die Formel des Lernens im Vordergrund. Richtig umgesetzt hilft sie, die Eigenmotivation und Eigenverantwortung der Kinder zu stärken und so ein freudvolles gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Eckdaten für die Überprüfung sind zum Beispiel: Sind die Kinder von sich aus motiviert zu lernen? Ist die gegenseitige Beziehung liebe- und respektvoll? Steht der Mensch im Zentrum oder die Struktur? Bin ich in meinem Vertrauen, bin ich offen? Im Familienverband sei es wichtig, das Glück aller ins Zentrum zu stellen. „Glückliche Kinder heisst nicht, dass ihnen alles auf einem Silbertablett serviert wird. Sondern dass sie sich einbringen dürfen, Verantwortung tragen, Grenzen erfahren, Fehler machen dürfen und als Person in ihren Gefühlen ernst genommen werden.“ Genauso wie die anderen Mitglieder der Familie auch. Schliesslich rücken die Referenten wieder ins Zentrum: „Was braucht es, damit nachhaltiges und freudvolles Lernen möglich ist – in der Schule und auch im späteren Leben?“ Nach diesem Kongress ist den Teilnehmenden bewusst: In erster Linie wahrhaftige, integre und mit sich selbst glückliche Lehrpersonen und Eltern. Das ist sicher ein Anfang.